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BIM ​​​​​​​​​​​​​​? Wieso (Landschaftsarchitektur)


ikan

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Ich verstehe ehrlich nicht wieso man BIM in der Landschaftsarchitektur verwendet.

(Ich denke hierbei an Projekte mit organischen Flächen und vielen Höhen- und Gefällewechseln in der Werkplanung, kein Tutorial-Rechteck ohne Gefälle)

  • Ist es nicht so, dass die BIM Klassen die meisten Inhalte der Landschaftsarchitektur gar nicht umfassen?
  • Und somit fast alles einer Klasse wie "Sonstiges" oder ähnlichem zugewiesen wird?
  • Und die Zuweisung auch nur mit 3D-Objekten funktioniert was bedingt, dass die gesamte Planung dementsprechend 3D gezeichnet werden muss?
  • Was gewinnt man dadurch im Vergleich zu dem Vorgehen vor/ohne BIM?
  • Ist das nicht ein enormer Mehraufwand?

 

Davon abgesehen; wie benutzerfreundlich/einfach findet ihr die Umsetzung mit Vectorworks?

 

Gibt es Leute die gerne mit BIM arbeiten und es nicht vermissen gewöhnliche 2D Pläne zu erstellen und die Massenermittlung etc. manuell machen?

Leitende CAD-Fachkraft aus Timbuktu

Vectorworks Anwender - BIM ist super!
Fünfmal so lange brauchen, um alles als 3D-Objekt zu modellieren, nur um es dann in irgendwelche nicht vorgesehenen BIM-Klassen zu quetschen.

Geschrieben (bearbeitet)

BIM/CAD = zeitgemäßer Einsatz softwaretechnischer Möglichkeiten?

Sinn oder Unsinn: Sollte man nicht debattieren… Wer das Potenzial dahinter nicht versteht, könnte genauso in Frage stellen, ob es nicht auch gerechtfertigt wäre, lieber mit Papier zu arbeiten.

 

IFC-Standards = in der LA in der Tat ausbaufähig. Kommt langsam aber schleppend in die Gänge, decken diese ersten Vorstandardisierungen die große Bandbreite an büroeigenen Arbeitsweisen ab = absolut nicht, kann man BIM / CAD und was man damit macht auf seine eigenen Anforderungen zuschneiden = ja

 

stringente Einhaltung von IFC-Standards nötig für gewerkeübergreifende Kooperation = nein

Heißt BIM = IFC-Standards bedienen, wie es das Lehrbuch fordert = nein - insb. die freie Wirtschaft und private Bauträger zeigen: Lean-BIM und best-practice Ansätze sind state of the art…

Interne sowie externe Synergien (Softwareschnittstellen) via IFC = ja, sehr interessant

Auf Standards warten, um zu patiziieren/profitieren? = nein

Eigene pSets (bzw. Vectorworks-Datenbanken und Datenmapping) für seine eigenen Schnittstellen und internen sowie externen Prozesse aufbauen = sehr lohnenswert

Gerade Vectorworks ist hier extrem flexibel, sich das Beste für seine eigenen gewinnbringenden Herangehensweisen zu realisieren.

 

Finde die recht junge bdla-Broschüre sowie die Whitepaper von bauten Digital Schweiz sehr gut zum Einstieg in die Themenwelt. Deine Fragestellung suggeriert, dass ein erster Überblick und persönliche Einordnung der Themen mit diesen Dokumenten sicherlich ein sehr guter Startpunkt sind!

 

https://www.bdla.de/de/nachrichten/pressemitteilungen/5693-bdla-broschuere-bim-in-der-landschaftsarchitektur-erschienen

 

https://bauen-digital.ch/thema/landschaftsarchitektur-siedlungsoekologie/#PPLA

Bearbeitet von HebHeb
  • Like 2
Geschrieben

Ist es nicht so, dass die BIM Klassen die meisten Inhalte der Landschaftsarchitektur gar nicht umfassen?
Und somit fast alles einer Klasse wie "Sonstiges" oder ähnlichem zugewiesen wird?

Ja, grundsätzlich schon – zumindest wenn mit „BIM-Klassen“ die IFC-Entities bzw. IFC-Klassenzuweisungen gemeint sind.

Aus meiner Sicht ist das aber nur bedingt ein Ausschlusskriterium. Sobald eigene Property Sets an Objekte angefügt werden, hat man sehr viel Freiheit, Informationen strukturiert in einer IFC-Datei zu übermitteln.

Auch IfcBuildingElementProxy in Kombination mit eigenen Psets eröffnet einen durchaus umfangreichen Informationsaustausch, selbst wenn für bestimmte Inhalte der Landschaftsarchitektur keine perfekt passende Entity vorhanden ist.

Natürlich ist das nicht ideal. Es ist eher ein pragmatischer Umgang mit den aktuellen Lücken.

 

Und die Zuweisung auch nur mit 3D-Objekten funktioniert was bedingt, dass die gesamte Planung dementsprechend 3D gezeichnet werden muss?

Die Idealvorstellung ist aus meiner Sicht: 2D/3D-hybride Objekte.

Also Objekte, die in der Plangrafik sauber funktionieren, gleichzeitig aber auch Modell- und Dateninformationen tragen können. Genau dort liegt m.E. eine der großen Stärken von Vectorworks.

Das bedeutet aber nicht, dass von heute auf morgen jedes Detail als perfektes 3D-BIM-Objekt modelliert werden muss. Was fehlt, darf zunächst auch Platzhaltercharakter haben. Und wenn Bürogröße, Know-how und Bedarf es zulassen, können fehlende Bausteine auch über eigene Werkzeuge, Marionette, Skripte oder Bürostandards ergänzt werden.

Die Werkzeugpalette wächst stetig, aber in der Landschaftsarchitektur gibt es definitiv noch Lücken.

 

Was gewinnt man dadurch im Vergleich zu dem Vorgehen vor/ohne BIM?

Aus meiner Sicht vor allem:

  • mehr Transparenz
  • bessere Nachvollziehbarkeit
  • eine strukturierte Datengrundlage
  • bessere Auswertbarkeit
  • bessere Grundlage für spätere Automatismen
  • weniger doppelte Pflege, wenn der Workflow sauber aufgebaut ist
  • Richtig eingesetzt liegt hier ein enormes Potenzial bei Geschwindigkeit, Qualität und Quantität.

    Nicht, weil „BIM“ automatisch alles besser macht, sondern weil eine saubere Objekt- und Datenstruktur viele nachgelagerte Prozesse vereinfachen kann.

Ist das nicht ein enormer Mehraufwand?

Nein, m.E. ist genau das einer der größten Trugschlüsse.

Natürlich kostet die Einführung Aufwand. Und natürlich stellt sie neue Anforderungen an systemisches Denken, Softwarekenntnis, Datenstruktur, Bürostandards, Wissenstransfer und Support.

Aber das ist nicht zwingend zusätzliche Arbeit. Häufig ist es eher eine Verschiebung der Arbeit:

Weniger nachträgliches Suchen, Korrigieren, Nachtragen und manuelles Auswerten – dafür mehr saubere Struktur am Anfang.

Wie man mit Stift und Papier zeichnen lernen muss, muss man auch die Konzeption und Bedienung eines BIM-orientierten Prozesses lernen. Dazu gehören Softwarebedienung, Bürostandard, Vorlage, Datenstruktur und eine tragfähige IT-Infrastruktur.

Je nach Bürogröße und gewünschter Anwendung kann eine Vorlage sehr rudimentär oder sehr komplex und automatisiert aufgebaut sein. Wichtig ist nur, dass sie zur tatsächlichen Arbeitsweise passt.

Ich würde daher jedem raten, die Technologie nicht zu unterschätzen – ihr aber auch eine echte Chance zu geben.

Man muss nicht den gesamten Planungsprozess von heute auf morgen umstellen. Sinnvoller ist es meist, die größten Reibungspunkte und zeitaufwendigsten Prozesse im eigenen Arbeitsablauf anzuschauen und sich dann zu fragen:

Wo entsteht wiederkehrende Arbeit?
Wo werden Informationen mehrfach gepflegt?
Wo passieren typische Fehler?
Wo gibt es echtes Automatisierungspotenzial?

BIM muss nicht sofort als vollständiger Gesamtprozess verstanden werden. Manchmal ist es schon ein Fortschritt, sich ein kleines, konkretes Stück herauszuschneiden und dieses sauber zu verbessern.

Ein gewisses „Cherry Picking“ ist dabei m.E. sogar sinnvoll: Welche neuen Arbeitsweisen bringen mir persönlich oder meinem Büro konkret etwas? Welche integriere ich in meinen Alltag? Und welche erstmal bewusst nicht?

Darauf gibt es leider keine einfache allgemeingültige Antwort. Aber aus meiner Sicht ist klar erkennbar, dass BIM häufig zu schnell als großes Alles-oder-nichts-Thema verstanden wird. Gerade in der Landschaftsarchitektur kann ein schrittweiser, pragmatischer Einstieg deutlich sinnvoller sein.

  • Like 3
  • 4 Wochen später...
Geschrieben (bearbeitet)

also ich bearbeite neue Projekte eigentlich grundsätzlich in 3D mit Geländemodell und Belag/Weg etc. und von 3D zu BIM ist in Vectorworks schon ein kurzer Weg. Da hat sich in den letzten Jahren definitv einiges getan. Man muss zwar stellenweise immer noch andere Werkzeuge kreativ zweckentfremden, aber die Modellierungswerkzeuge wurden stetig verbessert, auch wenn sie lange noch nicht fehlerfrei sind (siehe andere Forumsbeiträge zum Beispiel zum Thema Einfassungen).

Bei meinen Projekten war es bisher so, dass die Anforderungen, die an das Freianlagen IFC-Modell gestellt wurden sehr gering waren, ich habe für uns sehr viele custom property Sets ausgetüftelt, die aber im Projekt (aktuell zumindest) keinen interessieren 🙂
Die Frage ob BIM oder wie sinnvoll das ist, stellt sich im Jahr 2026 eigentlich nicht mehr und ich kann HebHeb in allem zustimmen.

Bearbeitet von tohartma
  • Like 1

Vectorworks Landschaft 2025 immer aktuell
Vectorworks Landschaft 2026 immer aktuell

PC: AMD Ryzen 9 3900X 12-Core Processor 3.79 GHz; AMD Radeon RX 5500 XT; 64GB Ram, Windows 11

Geschrieben

Das Problem liegt bei den Nutzerinnen und Nutzern, weil sie den Prozess nicht verstehen. Überall dort, wo wir die BIM-Methode eingesetzt haben – beziehungsweise dort, wo ich sie einsetze, auch wenn sie nicht zwingend erforderlich ist –, konnten wir Probleme leichter lösen. Wie die Kolleginnen und Kollegen oben bereits erwähnt haben, führt dies zu mehr Transparenz und Ähnlichem.

Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, andere über die Vorteile eines solchen Prozesses aufzuklären, da nicht alle diesen Bereich der Planung verstehen. Angesichts all dessen, was man wissen und worauf man achten muss, sollte man einfach beharrlich bleiben, denn die Architektur hat sich bereits sehr weit entwickelt.

  • Like 1

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