Zum Inhalt springen

Geländemodell Auftrag Abtrag ermitteln unter Berücksichtigung der Belagsdicken


BEM_Landschaftsarchitektur

Frage

Geschrieben

Hallo zusammen,

 

ich versuche leider seit geraumer Zeit erfolglos auf intelligente/automatisierte Art und Weise den benötigten Aushub bzw. Auftrag für mein Projekt zu ermitteln.

 

Was ich ermitteln möchte:

Volumen für Geländeauf- und abtrag für die Grobmodellierung meines Geländes.

Anders gesagt: wieviel Boden muss ich im Bestandsgelände auf- bzw. abtragen, um auf die Planumshöhen (=UK Belagsaufbau = Schnittstelle Tiefbau zu Landschaftsbau) zu kommen, z.B. bei Wegen 70 cm unter Geländeroberkante und bei Grünflächen 30 cm unter Geländeoberkante.

Anbei eine Prinzipskizze.

 

Was ich habe:

- Geländemodell Bestand auf Basis Vermessung

- Geländemodell Planung

 

Lösungsansatz 1:

- mittels Modifikatoren (Auf-/Abtragsbereich) alle Grün- und Wegeflächen mit o.g. Schichtstärken aus dem Planungsmodell "ausgestanzt". Es verbleibt ein Sollmodell, das sehr schön den Geländeverlauf des Planums abbildet.

- nun müsste man nur noch dieses Planumsmodell mit dem Bestandsmodell verschneiden, um zu sehen, wo Boden auf- und wo Boden abgetragen werden muss. Aber zwei Geländemodelle kann man nicht miteinander verschneiden (oder doch?!)

- Kurz habe ich gedacht, ich könne einfach die Differenz des Gesamtvolumens des Bestandsmodells und des Gesamtvolumens des Planumsmodells ausrechnen, aber dann bekomme ich ja nur eine Mischkalkulation aus Auf- und Abtrag, also sozusagen ein "Delta" Volumen und nicht jeweils die absolute Menge von Auf- und Abtrag.

- Also habe ich mit folgender Strategie weitergemacht:

- Ich habe das Planumsmodell in der 3D Darstellung Höhenlinien "gesprengt" und habe nun einzelne 3D Polys. Diese habe ich in Modifikatoren (Bruchkante Linie) umgewandelt und sie auf das Bestandmodell gesetzt. Rundehrum noch einen Modifikator Änderungsbereich definiert, damit er nicht wild in alle Richtungen interpoliert.

- An sich hat diese Methode funktioniert, nur "franst" das Modell leider trotz Änderungsbereich an den Rändern aus, interpoliert irgendwohin und "erfindet" kleine Böschungen, die natürlich einen Fehler in der Bilanz darstellen.

 

Lösungsansatz 2:

- Belag/Weg-Objekt als Modifikator "Oberfläche angepasst" schön auf das Planungsmodell angeschmiegt und die Belagsdicke des Objekts definiert.

- auch hier wieder der Gedanke, dieses Planungs-/Planumsobjekt nun mit dem Bestandsgelände zu verschneiden.

- Problem: Das Belag/Weg-Objekt wird auf dem Bestandsmodell nur wirksam, wenn es aktualisiert wird. Und dann schmiegt es sich natürlich an das Bestandsgelände an und verliert die Info des Planungsgeländes...

 

 

Über Tipps oder Lösungsvorschläge wäre ich sehr dankbar! In der Theorie erscheint die Aufgabe so banal, aber der Teufel steckt leider im Detail.

 

Gruß, SV

 

 

Bildschirmfoto 2026-02-27 um 21.51.56.jpg

8 Antworten auf diese Frage

Empfohlene Beiträge

Geschrieben (bearbeitet)

Hallo @BEM_Landschaftsarchitektur,

Ich bin nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe.

Das Geländemodell hat zwei Zustände - Soll-Zustand und Ist-Zustand.
Durch die Modellierung und den so entstehenden Ist-/Soll-Abgleich, werden die gewünschten Werte bereits berechnet.
Über die Auswahl des Geländemodells und einen Blick in die Informationspalette kann man die Werte einsehen.
Es wird hier unterschieden zwischen: Auftrag - Abtrag - Netto-Auftag/Abtrag - Gesamt-Autrag/Abtrag

Auch lassen sich diese Werte über Tabellen, Datenstempel usw. abrufen.


image.thumb.png.977b600a8567804a02dda5c33e235072.png




Oder verstehe ich dich falsch, was fehlt dir hier genau?


LG

Viktor

Bearbeitet von Viktor Frank

BIM Consultant

Vectorworks Germany GmbH

Geschrieben

Hallo Viktor,

 

vielen Dank für die Antwort. Das ist mir alles bekannt und ist leider nur ein Teil der Lösung.

Ich habe ein Planungsmodell sowie ein separates Bestandsmodell. Das Planungsmodell ist nicht als Bestandsmodell mit Modifikatoren angelegt, sondern als eigenständiges Modell mit an die Planung angepassten Ausgangsdaten. (Zu Projektbeginn, der schon ein paar Jahre her ist, kannte ich mich mit den Modifikatoren noch gar nicht aus...). Das ist meine Ausgangslage, mit der ich in diesem Fall arbeiten muss.

 

Damit ich den Auftrag/Abtrag bzw. Ist/Soll berechnet bekomme, muss ich der Theorie nach Planungsmodifikatoren auf das Bestandsmodell legen, die aber zudem eine Info zur Schichtstärke beinhalten, also zum Beispiel das Belag/Weg Objekt. Denn mein Ziel ist nicht der einfache Vergleich zwischen Bestand und Planung (das ließe sich ja ganz simpel erzielen, indem ich mein Planungsmodell in 3D Höhenlinien auflöse und diese in Modifikatoren umgewandelt auf mein Bestandsmodell lege), sondern der Vergleich zwischen Bestand und Planum. Das Planum ist in meinem Fall die Unterkante der Wegeaufbauten, die bei geplanter Geländeoberkante -0,70 m liegt, sowie die Unterkante der Grünflächen, die bei geplanter Geländeoberkante -0,30 m liegt. Diese Planumsschicht als Modifikator fehlerfrei auf das Bestandsmodell zu bringen, ist mir bisher leider nicht geglückt.

 

Die große Frage ist: mit welchem Typ Modifikator kann ich das geplante Gelände bzw. die geplante "Planumsebene" abbilden? Ich könnte natürlich nochmal gänzlich neue Planungsmodifikatoren anlegen, aber ich habe ein extrem stark bewegtes Gelände, das ich nicht so einfach in entsprechende Modifikatoren (mit Schichtdicke) übersetzen kann.

 

Ich hoffe das ist einigermaßen nachvollziehbar formuliert 😅

 

Liebe Grüße SV

Geschrieben

Ich arbeite mit einem Vermesser-Modell, das in einer eigenen Datei liegt und dort über SOLL-Modifikatoren zu einem Planums-Modell weiterentwickelt wird.

In diesem Modell kann ich die 3D-Oberfläche des SOLL-Zustands sauber extrahieren (z. B. über „Symbolobjekt wird Gruppe“ – bei uns sogar automatisiert per Skript).
 

In einer zweiten Datei (meiner Planungsdatei) erstelle ich dann die finale Deckenhöhenplanung – ebenfalls mit SOLL-Modifikatoren.
Die Ausgangsdaten sind hier nicht die ursprünglichen Vermesserdaten, sondern die aus dem Planums-Modell extrahierte Oberfläche.
 

So kann ich in getrennten Dateien verschiedene Zustände miteinander vergleichen und jeweils die Auf-/Abtragsermittlung durchführen:

  • Vermesser → Planum: Auf-/Abtrag zur Herstellung des Planums
  • Planum → Deckenhöhenplanung: anschließende Auf-/Abtragsbilanzierung (Endzustand)

Damit kommst du grundsätzlich an die gewünschten Auf-/Abträge – sogar je Belag/Weg, wenn im Geländemodell die Option „Abtrag Geländemodell“ aktiviert ist (wie erwähnt: tabellarisch auslesbar und mit Datenstempeln beschriftbar).
 

Ich gehe in der Praxis noch einen Schritt weiter und erstelle aus den verschiedenen Modellen jeweils einfache Volumenkörper, die ich über Marionette-Objekte miteinander verrechne – also dedizierte Auf-/Abtragsermittler mit erweiterten Möglichkeiten (z. B. dynamische Schichten, „von/bis“, maximal bis…, mehrere Schichten usw.).
 

Aber wie gesagt: Mit den Bordmitteln ist bereits sehr viel möglich - mit dem Aufteilen in verschiedene Dateien kommst du zu deinem gewünschten Ziel?

  • Like 2
Geschrieben
Am 3.3.2026 um 08:48 schrieb HebHeb:

In diesem Modell kann ich die 3D-Oberfläche des SOLL-Zustands sauber extrahieren (z. B. über „Symbolobjekt wird Gruppe

Hallo @HebHeb

das ist ja eine interressante vorgehensweise.

Eine Frage: Wie kann man aus dem GM Sollmodell (Planumsmodell) die 3D Oberfläche extrahieren, und daraus ein neues Geländemodell erstellen?  Wenn ich das ursprüngliche Planumsmodell auflöse (Symbolobjekt wird Gruppe), erhalte ich u.a. einen Punktkörper. Hieraus kann man jedoch kein neues Geländemodell erstellen. Wie wäre hier die Vorgehensweise?

 

 

VW24 aktuell  |  VW26 testweise  |  Landschaft | win 11

Geschrieben

Die Inhalte des Punktkörpers weiter auflösen > 3D-Polygone > diese sind geeignete Ausgangsdaten

Diese schneiden sich zwar an den „Eckpunkten“ und die Ausgangsdatenüberprüfung meckert: „aufeinanderliegende/ sich schneidende Polygone“
Da diese aber exakt identische Z-Werte an den „überlagernden“ Eckpunkten aufweisen, scheint es die Modelle nicht weiter zu stören.
So bekommst du die exakt identische Triangulation (denn andere Herangehensweisen: Höhenlinien, Punkte etc., Triangulieren ja wieder selbständig und können mitunter wichtige Infos verändern)

  • Like 1
Geschrieben

Hallo zusammen,

 

ich möchte euch gerne ein paar Gedanken zu diesem Thema mit auf den Weg geben:

 

1. Man kann ein Geländemodell so konfigurieren, dass Modifikatoren nur von bestimmten Konstruktionsebenen verwendet werden. Weitere Informationen dazu findet ihr hier unter „Modifikatoren verwenden von“. So könnte man beispielsweise auf einer Konstruktionsebene die Bestandsstiatuon abbilden (z. B. die Belag Weg und Einfassung Bestandsobjekte) und auf einer anderen Konstruktionsebene die Planungssituation (z. B. die Belag Weg und Einfassung Planungsobjekte).

 

Für beide Szenarien kann man den Abtrag/Auftrag von dem einzigen Geländemodell ablesen (über die Infopalette oder eine Tabelle). Dafür muss man jedoch sicherstellen, dass man für die Bestandsabtrag- und Auftragberechnung nur die Konstruktionsebenen mit den Bestandsobjekten aktiviert und für die Planungsabtrag- und Auftragberechnung nur die Konstruktionsebenen mit den Planungsobjekten aktiviert unter „Modifikatoren verwenden von“.

 

2. Es wird nicht empfohlen, mehrere Geländemodelle in einem einzigen Dokument zu verwenden. Erstens kann der Geländeschnitt in diesem Fall unzuverlässig funktionieren. Zweitens, bei einer großen Verschiebung des Geländemodelles im Vergleich zu der originalen Position kann es zu Rundungsfehlern bei der Berechnung des Geländemodells kommen. Drittens, wenn die Geländemodelle nebeneinander liegen, sind die Koordinaten nicht mehr (lage)richtig von dem Geländemodell, das verschoben wurde (sollte man die realen Weltkoordinaten für irgendeinen Zweck benötigen). Drittens kann es auch zu Fehlverhalten führen, wenn sie sich an derselben Position befinden.

 

3. Die Berechnung der zu entfernenden Schichten eines Belag Weges kann auch ohne Geländemodell erfolgen.

 

4. Man könnte mit einem Belag Weg-Objekt den Ist-Zustand eines Geländemodells "modifizieren", indem man zB. die Unterkante des Belag Weg-Objekts mit dem 3D-Polygon nachzeichnet und dieses 3D-Polygon in die Ausgangsdaten des Geländemodells kopiert. Dadurch wird der Ist-Zustand „modifiziert“. Siehe das Video:

 

 

  • Like 2

Liebe Grüße


Tamás Kende

Vectorworks Germany GmbH

Geschrieben

@Tamás Kende
Super Beschreibung - Wenn du daz ueinmal ein Beispieldokument hier ablegen könntest, dann wäre das Mega 😉

DANKE!

Windows 11,

Vectorworks 24, 25, 26 Architektur und Landschaft. Immer letztes Release..

Nerd und Daueruser

 

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden
  • Forenstatistik

    • Themen insgesamt
      27Tsd
    • Beiträge insgesamt
      140,4Tsd
×
×
  • Neu erstellen...