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Hallo alle zusammen,

 

ich hatte gerade ein längeres Gespräch mit einer unserer Fachplaner bezüglich BIM.

Im moment ist es so das ich im Büro alles in 3D erstelle und dann die DWGs an die Fachplaner per Email schicke. Diese erstellen ihre Planung und schicken mir dann DWGs zurück und ich muss diese Einlesen.

Das ist ja nicht sind und zweck von BIM.

Nun ist meine Frage wie löst ihr das bei euch im Büro?

Wie funktioniert dass dann mit den verschiedene Programme von den Fachplanern?

 

Wenn ich mich richtig erinnere gibt es bei Archicad ein BIM server auf den die Projektanten zugreifen können. 

 

Danke im Voraus :)

 


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Salü Intuos

 

Ich kann dir leider nur die Theorie erklären.

Die Organisation eines BIM-Projektes ist wie folgt aufgebaut:
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Im Zentrum steht also der BIM-Manager, der den Austausch der IFC-Dateien (nicht DWG) koordiniert und auch in einem Model-Checker zusammen einliest und prüft. Die Fachplaner senden also ihre Modell nicht dem Architekten (wobei auch der Architekt die Rolle des BIM-Manager übernehmen kann), sondern an den BIM-Manger als IFC. 

 

Wenn der BIM-Manager eine Kollision zwischen den einzelnen IFC-Modellen feststellt, wird eine BCF-Datei* erstellt, welche Informationen, Kommentare und gesicherte Darstellungen zu dieser Kollision enthält und dem zuständigen Planer gesendet wird.

Dieser Planer kann dieses Format einlesen, den Fehler beheben und schickt dem BIM-Manager das korrigierte IFC-Modell zurück. Es wird wieder geprüft, kommentiert, usw.

 

Das IFC-Format ist ähnlich wie ein DWG -> es kann von allen BIM-Fähigen Programmen erstellt werden.

Allerdings ist es ein "geschütztes" Format -> der Inhalt sollte nur gelesen, nicht aber bearbeitet oder gar in seine Bestandteile zerlegt werden können (deshalb sind IFC-Objekte so mühsam zum weiterverarbeiten). 

 


*Zitat aus dem VW-Handbuch:

Zitat

BCF-Dateien enthalten Kommentare zum BIM-Modell, die zwischen Planungspartnern ausge­tauscht werden können, ohne dabei jedes Mal das gesamte Modell mit zu übertragen. Kollisionen, Vorschläge und Änderungswünsche sind in einer BCF-Datei „Ereignisse“, die mit bestimmten Objekten im BIM-Modell verknüpft sind. Die BCF-Datei enthält nur Kommentare; sie verändert das Modell nicht. Sie kann aber verwendet werden, um zu Kol­lisionen im Modell zu navigieren, auf Kommentare zu antworten und Ereignisse zuzuteilen bzw. zu lösen.

 

Zu diesem Thema gibt es übrigens ein White-Paper von VW, welches da noch viel genauer den Vorgang erklährt:
VW 2018_White_Paper_IFC.pdf

 

Gruss KroVex


Have you tried to turn it off and on again?
 

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Danke Krovex :D

 

In Deutschland habe ich es bis jetzt noch nicht mitbekommen das bei uns im Büro Bauherren BIM verlangt haben. Soweit ich weiss ist es auch noch nicht deutlich wie diese Leistungen nach HOAI abgerechnet werden sollen/können.

 

Ich hatte da schonmal mit @arquitextonica drüber geschrieben ob es allgemein Sinn macht Kurse zu besuchen um "BIM Manager" zu werden oder ob man das sich selbst eher beibringen soll. Was natürlich in der Praxis eher schwieriger ist da nicht jedes Fachplanerbüro mit BIM arbeitet und man als Architekt nicht wirklich die Zeit hat wenn man mehrere Projekte gleichzeitig macht.

 

 

 


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Hi,

 

zur Zeit gibt es keinen und ich denke es wird auch nie wirklich "den BIM-Prozess" geben. Meine Erfahrung ist da, dass das Wichtigste ist mit einander zu reden und dass bevor das Projekt richtig los geht. Vor allem darüber wie man arbeitet und welche Prozesse es bei allen beteiligten gibt und welche Informationsanforderungen alle Beteiligten haben. Beispiel Architekt und Statiker: Der/die Architekt*in braucht vom Statiker die Dimensionen der Unterzüge, um zu überprüfen ob Stellplätze in der Tiefgarage genug Luft nach oben haben. Der/die Statiker*in muss vom/von der TGA-Planer*in die Größen der Durchbrüche wissen, um die Bewehrung zu planen. Diese Dinge klingen banal, vieles davon nimmt man als gegeben an, aber BIM zielt auch darauf ab bestehende Denkmuster und Arbeitsweisen zu hinterfragen. Anderes Beispiel: Der/die Statiker*in zeichnet einen horizontalen Schnitt und schaut nach oben zur Decke, da für ihn/sie aus statischen Gründen diese relevant ist. Der/die Architekt*in schaut aber nach unten und plant die Decke auf der er/sie steht. Das führt zu unterschiedlichen Verständnissen in welchem Geschoss Decken an zu legen sind im 3D. Der/die Architekt*in exportiert es im Erdgeschoss, der/die Statiker*in importiert es so und muss dann die Decke für sich neu zu ordnen, was ein erhöhter Arbeitsaufwand ist. Um den Prozess zu vereinfachen könnte aber festgelegt werdenn, dass die Architekten anders modellieren oder beim Export eine andere Zuweisung vornehmen.

 

Es gibt mittlerweile einige Anbieter von zertifizierten Schulungen zum "BIM-Manager". Bin da auch unschlüssig, wie immer wenn es um Zertifikate geht. Denke aber schon, dass es zukünftig von öffentlichen Bauherren bei Bewerbungen abgefragt wird und dann ein Entscheidungskriterium ist. Im Endeffekt zählt aber wie immer die Erfahrung.

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Hallo zusammen,

 

dann erzähl auch mal.

 

Wir hatten bei uns bisher eine kleine handvoll Projekte, bei denen die Bauherrschaft "BIM" verlangt hat. Konkret hieß das, dass die Planungen per IFC ausgetauscht und in 3D (Solibri oder direkt inVW) koordiniert wurden. Je nach Fachplaner gab es da unterschiedliche Wege die wir gingen. IFC ist zwar das offizielle Austauschformat, aber je nach Ersteller der Datei, dessen Programm und je nachdem welchen Viewer/Clash-Programm man verwendet, sahen die IFCs anders aus. Letztendlich könnten wir die Planungen aber koordinieren. Für unübersichtliche Stellen sind IfCs aber auch 3D-DWGs schon prima. 

 

Wichtiger als IFCs auszutauschen und zu "Clashen" finde ich aber das, was ich gerne die " LPH 0" nenne: zumindest jetzt, wo sich das Thema BIM noch in HOAIs und andere Regelwerke einfinden muss, ist es enorm wichtig mit der Bauherrschaft beziehungsweise dem Auftraggeber vor Beauftragung zu klären wieviel BIM den gemacht werden soll und was denn das Ziel von dem Ganzen sein soll. Jeder Auftraggeber verfolgt hier ja andere Ziele, da der " Ertrag" aus den BIM-Prozessen ein anderer ist. Die einen wollen am Ende eine FM Modell, andere wollen möglichst alles Mega-Detailliert, am besten schon im Vorentwurf, wieder andere haben keinenPlan und wollen BIM, "weil man das jetzt wohl so macht". 

 

Mittelfristig, wenn sich das Vertraglich mal "eingerüttelt" hat, ist die Koordination mit IFC-Dateien aber natürlich wichtig. Es ist ja letztendlich die Weiterentwicklung der bisherigen Koordinationspflicht, die wir Architekten sicher nicht aus der Hand geben und den GUS/GÜs oder Projektsteuerern überlassen sollten.

 

Was sich aus unseren Erfahrungen bisher ergeben hat stellt sich so dar: 

- Modelle so aufbauen, wie man später baut. Egal ob mit intelligenten Bauteilen oder selbst modellierten Elementen.

- modellieren bis Maßstab 1:50. was zu Rapi-Zeiten nicht im Werkplan war braucht man heut (meist) auch nicht. Regeldetails wie sich wiederholende Wohnungen kann man auch mal in 1:20 planen, dann aber separat, nicht im Hauptmodell

- weiterhin an den bekannten LPHs orientieren, soweit das Vertraglich geht. das eine oder andere muss sicher schon in einer früheren LPH geplant werden als früher, aber ich würde soweit es geht nicht zu früh zu genau werden. In LPH 2 ein LOD 4 zu mache ist einfach zu viel.

- in "normalen" Projekten die Fachplaner zu einer freiwilligen BIM-Testplanung überreden, Erfahrungen sammeln ist wichtig!

 

Gruß,

Burkard 

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Danke Burkard für diesen Einblick :)

 

Ich hatte mal aus interesse Solibri runtergeladen und mit meinem ifc modell ein bisschen rumprobiert. Hatte aber bereits beim import Probleme und nicht wirklich einen Ort gefunden wo ich meine Frage stellen konnte.(das deutsche Forum ist nicht so hilfreich wie bei VWX zum Beispiel)

Jetzt ist die Probelizenz abgelaufen.

Ich wurde gerne mich mehr damit bekannt machen aber da ich nicht weiss was in dem Büro die BIM Zukunft bringt habe ich bammel mein Chef um die Investition zu fragen. Wobei es ja in Verbindung mit einer Schulung sicherlich eine gute Begründung wäre.

 

Mein Problem ist noch das ich 3-4 Projekte gleichzeitig betreue die alle natürlich so schnell wie möglich bearbeitet werden müssen, alle in der LPH 4 angekommen sind und das Büro nicht wirklich CAD affin ist. Das bedeutet dass ich quasi als "frisches Blut" mit 3D und BIM um die Ecke komme aber keiner mir wirklich weiterhelfen kann im Büro :D

Mein wunsch wäre es gewesen Zeit zu bekommen anhand von ein Projekt Solibri in der Testphase besser ausprobieren zu können zusammen mit 1-2 Fachplanern.

 


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Hallo Intuos,

 

Das Thema ist ja im kommen und wenn man keine absolute Nische (die vielleicht sehr gut ohne BIM auskommt) bearbeitet sollte man sich schon damit beschäftigen um für die Zukunft gerüstet zu sein. Gerade kleine Büros könnten es dann schwierig haben...

 

Versuche doch mal immer wieder deinen Chef für das Thema zu sensiblisieren. Erst mal die internen Vorteile von 3D und Internem BIM (automatisches Anlegen von Schnittten und Ansichten, Türlisten, Flächenberechnungen...) erläutern, vielleicht auch demonstrieren. Versuch erst mal das Thema 3D-Planung ins Büro zu bekommen und als zweiten Schritt dann BIM und IFC. Dann kannst Du ja auch anbieten mal ein Projekt als Pilotprojekt in 3D zu planen.

 

Es ist aber ganz sicher kein Thema, das ein Büro innerhalb von 2-3 Monaten einführt. Von meinem Pilotprojekt bis zur generellen Einführung von 3D-Planung sind auch zwei Jahre vergangen. In denen wurde vieles was da anfällt besprochen, Schulungen für Kollegen vorbereitet, ich bekam Verstärkung im CAD/BIM Team usw.

 

Wäre schön zu hören, wie Du damit in deinem Büro vorankommst!

 

Viele Grüße,

Burkard

 


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